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Samstag, 08.02.2003 ab 19 Uhr
60. Jahrestag der Niederlage bei Stalingrad - "Spassibo"
heißt Danke.
Infoveranstaltung mit Wolfgang Wippermann (FU) und Jörg Sundermeier
(Jungle World)
anschließend: Party zu Ehren der Roten Armee
A 6-Laden, Adalbertstr. 6, 10999 Berlin
Veranstalter: Bedingungslose Kapitulation - 8. Mai e.V
Ende 1942 versuchte die Wehrmacht in den Kaukasus vorzudringen.
Der Eroberung der Stadt Stalingrad an der Wolga kam in der Planung
der Wehrmacht und Hitlers eine zentrale Bedeutung zu. Die gesamte
6. Armee der Wehrmacht war in die Operation "Blau" eingebunden.
Die sowjetische Führung beschloss die Einkesselung der 6.
Armee und am 19. November 1942 begann der Vorstoß gegen
die deutschen und die mit ihnen verbündeten rumänischen
Truppen. Binnen weniger Tage gelang es der Roten Armee, die Wehrmacht
komplett einzukesseln. Während des Häuserkampfes in
Stalingrad verloren rund 500.000 Rotarmisten ihr Leben, weitere
600.000 wurden verletzt. Von den 250.000 deutschen Soldaten überlebten
90.000 den Kessel. Aus der Kriegsgefangenschaft kehrten bis 1956
5.000 zurück.
Über kein militärisches Ereignis des 2. Weltkrieges
gibt es so viele Erlebnisberichte von ehemaligen deutschen Landsern
wie über die Schlacht von Stalingrad. Die erschienenen Romane
erreichten bereits in den frühen 50er Jahren Bestsellerauflagen.
Der Grund: Die hohe Zahl deutscher Verluste (im Vergleich zu den
Verlusten der Sowjetunion noch gering), machten Stalingrad zum
idealen Ereignis, um sich als Deutsche endlich wieder in der Opferrolle
zu präsentieren und jenseits der Eroberungsfeldzüge
von einer weiteren Funktion der Wehrmacht abzulenken: Der Durchführung
der Judenvernichtung.
Am 2. Februar 2003 jährt sich nun der 60. Jahrestag der
Kapitulation der 6.Armee. Erwartungsgemäß kam es im
Zusammenhang mit dem Jahrestag zu einer Weiterung geschichtsrevisionistischer
Diskurse. Der "Stern" und der "Spiegel " -
im Setting geschichtsrevisionistischer Diskurse erprobtes Kampforgan
- warteten mit Titeln zu diesem Ereignis auf, in denen die deutschen
Landser als von Wahnsinnigen verführte Truppe dargestellt
und der Nachweis geführt wurde, daß eine vernünftige
militärische Planung das Ausmaß der Niederlage hätte
mindern können. Das deutsche Leiden im Kessel von Stalingrad
steht im Mittelpunkt, die Verbrechen der Wehrmacht während
des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion verkommen zur Randnotiz.
Im Deutschlandradio werden bereits seit geraumer Zeit aus der
Feldpost der damaligen Landser rührselige Geschichten vorgetragen.
Sowohl die ARD wie auch das ZDF strahlten bereits im Dezember
Mehrteiler zu diesem Thema aus.
Die Rezeption der Niederlage von Stalingrad reiht sich ein in
die geschichtsrevisionistischen Diskurse der vergangen zwei Jahrzehnte:
Der Historikerstreit 1984 suchte die Verbrechen des Nationalsozialismus
mit dem sowjetischen "Gulag"-System zu vergleichen und
den millionenfachen Judenmord zu trivialisieren und damit einen
Schlußstrich unter die einzigartigen Verbrechen des nationalsozialistischen
Deutschlands zu ziehen. Seit der "Wiedervereinigung"
haben diese Versuche zugenommen, wie sich exemplarisch an den
Diskussionen um die Neue Wache, der Goldhagendebatte, den nicht
enden wollenden Diskussionen um die Wehrmachtsausstellung, die
Auseinandersetzungen um die ZwangsarbeiterInnenentschädigung,
den Walser-Debatten, den Diskussionen um ein Holocaust-Mahnmal
in Berlin und den jüngsten Auseinandersetzungen um das Buch
"Der Brand" von Jörg Friedrich aufzeigen lässt.
Der Austritt Deutschlands aus seiner Geschichte mittels der Inszenierung
geschichtsrevisionistischer Diskurse ist längst nicht mehr
nur ein neurechtes Projekt. Es ist ein Projekt des gesellschaftlichen
Mainstreams, das sich in den Regierungsbänken ebenso wiederfindet
wie in Teilen der Friedensbewegung.
Diesem gesellschaftlichen Mainstream stellen wir uns entgegen.
Und deshalb wollen wir das tun, was zum 60. Jahrestag der Niederlage
der Wehrmacht zu tun ist. Über ihre Verbrechen informieren,
die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um den Jahrestag herum
analysieren und anschließend feiern und damit der Roten
Armee für ihre Rolle bei der Befreiung Europas und Deutschlands
vom Faschismus danken.
60. Jahrestag der Niederlage in Stalingrad.
"SPASSIBO" heißt Danke!
V.i.S.d.P. Bedingungslose Kapitulation
8. Mai e.V.
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Samstag, 08.02.2003 ab 19 Uhr
60. Jahrestag der Niederlage bei Stalingrad - "Spassibo"
heißt Danke.
Infoveranstaltung mit Wolfgang Wippermann (FU) und Jörg Sundermeier
(Jungle World)
anschließend: Party zu Ehren der Roten Armee
A 6-Laden, Adalbertstr. 6, 10999 Berlin
Veranstalter: Bedingungslose Kapitulation - 8. Mai e.V
www.adf-berlin.de
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