Publikationen zum Gedenken am 13.
Februar 2002
| 1.
Preis in der Kategorie schnellste Veröffentlichung:
Gezerre um Gedenken |
SächsZ vom 15. 02. 02 |
| 2.
Preis in der Kategorie schnellste Veröffentlichung:
Antifa Pirna + erste Fotos |
http://afa.antifa.net |
| 3. Preis in der Kategorie
schnellste Veröffentlichung: Narrenzeit in Hyperdeutschland
(Text hier weiter unten) |
Jugendantifa KAOS Dresden |
weitere Gewinner im Preisspiel
unter 13. feb. 2002 NEWS >> here
Narrenzeit in Hyperdeutschland
Maschendrahtzaun Dresden in the
evening
Und siehe, unsere Prophezeiung traf ein:
der 13.02.2002, Tag tiefster Trauer um das nationalsozialistische
Dresden und äußerstre Bestürzung über den verlorenen Krieg,
war eigentlich ein Tag wie jeder andere. Er hatte genau 24 Stunden,
1440 Minuten, 86400 Sekunden, einen Sonnenaufgang und einen
Sonnenuntergang. Letzterer fand über der malerischen Kulisse
der Dresdner Altstadt abends statt; als die Sonne verschwunden
war, wurde es wirklich düster über besagter malerischer Kulisse:
neben dem schwarzen Schleier der Nacht hing da noch ein brauner
Schleier ganz anderer Art. Hinter der Semperoper sammelte sich
eine elende braune Horde, Exkremente des demokratischen RECHTSstaates;
alles in allem etwa 1100 (eigene Angaben der JLO) Neo- und Altnazis.
Sie alle waren traurig und wollten ihrer Trauer durch ein dämliches
Gelatsche für ein ach so herrliches deutsches Volk unter Anleitung
der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen Ausdruck verleihen.
Das Dokument befasst sich mit folgenden
Themen:
- Exkremente des demokratischen RECHTSstaates
go
- "Fall Rot" oder die grüne Flut
go
- Auflösung und Ausblick
go
Exkremente des demokratischen RECHTSstaates
Um 18h bagann die mitgebrachte JLO-Anlage,
"Musik" von sich zu geben; vorher bereits hatten sie A5-Zettel
mit brauner Scheiße drauf verteilt. V.i.S.d.P. Sven Hagendorf,
propagierte darauf, dass man wegen einem angeblichen alliierten
Massenmord am deutschen Volk als Lichterkette gegen das Vergessen
durch die Straßen trotten solle. 19h trauerlatschte die unüberschaubare
hyperdeutsche, hyperdänische, hyperholländische usw. Masse dann
wirklich los. Sie begaben sich das bedauerlicherweise trockenliegende
Terrassenufer entlang zur SYNAGOGE. Oben auf der Brühlschen
Terasse standen eine Hundertschaft Knüppel-Polizei sowie verschiedene
weitere Menschen. Unten latschte der Mob. Die Braunen schwiegen,
sahen mehr nach unten als nach oben (womöglich weil da Transparente
mit durchgestrichenen Hakenkreuzen etc. hingen). Sie führten
liebliche Kerzen und Fahnen, die sie zuvor von der JLO erhalten
hatten und danach auch wieder dort abgeben mussten, sowie selbstbemalte
Lappen ("JLO"; "Wir sind die Jugend") mit sich - wirklich herzallerliebst.
Wahrscheinlich weinten sie auch bitterlich um ihren Adolf -
bis dass ihre Tränenflüssigkeit knapp werde. Von oben kamen
Flyer u.ä. gefallen - Fliegerbomben hätten der Situation wohl
besser Rechnung getragen. Die Flyer enthielten eine Handlungsanweisung
für Neonationalsozialisten: "Follow your leader". Um sicherzustellen,
dass es auch der letzte Fascho mit seinem begrenzten Denkvermögen
begreifen kann, war auch noch eine Skizze (sich erschießender
Hitler) beigefügt worden. Die Nasen aber ignorierten diese guten
Empfehlungen in einem Anflug eingebildeter intelektueller Überlegenheit
einfach - einmal nicht dem kategorischen Imperativ folgen.
up
"Fall Rot" oder die grüne Flut
Die Grüne Flut oben war derweil nicht
mehr in der Lage, "eure Sicherheit" zu gewährleisten und Passanten
vom Geländer der Brühlschen Terrasse fernzuhalten. Einer davon
brüllte "Rot" - vielleicht in Anlehnung an "Fall Wieß" bzw.
"Fall Gelb" (die militärischen Namen der Überfälle Hitlerdeutschlands
auf Polen bzw. Frankreich) - und schon rannten all die grünen
Männchen um die vor der Synagoge marschierenden Nazis vor besagten
Passanten (Die hätten angesichts des Zahlenverhältnisses 1000
zu 250 sicher nichts unternommen!) zu schützen. Als einige solche
Menschen am Pirnaischen Platz vor der Nasenroute auf der Straße
saßen, waren Grüne in ihrem Verhalten dann kaum noch von Braunen
zu unterscheiden. Ein olivgrüner Mob stellte sich in Herrscherpose
vor ihnen auf und mitten vor sie trat ein exzentrischer Zugführer
mit dem Redetalent von Reichspropagandaminister Goebbels. Und
er sagte: "Verlassensiedenplatzersteaufforderungzweiteaufforderungdritteaufforderung!"
Dann hetzte er seine Schäfchen auf die "Wir sind friedlich.
Was seid ihr?" skandierenden Menschen. Die Schäfchen, wahlweise
auch Ordnungshüter knüppeltendrauf los, dass eine beliebige
Nazitruppe besimmt nicht viel besser hätten machen können. 2
Zusammengeknüppelte - bei anderer Gelegenheit noch über 10 weitere
- wurden in Gewahrsam genommen. Wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt.
Damit nicht genug: Schäfchen war sich nicht zu doof, ihrer Freiheit
beraubte auch noch mitten durch die Nasendemo zu schleppen.
Auf solche Staatsgewalten können wir gerne auch verzichten -
latscht doch nächstes Jahr in der Trauerdemo mit ihr Schäfchen.
up
Auflösung und Ausblick
Während die Nasen bis 21.15 noch ihr besinnliches
Abschlussgequatsche vornahmen (Deutschlandlied und feierliches
Kerzenabstellen sowie Fahnenrückgabe - alles inklusive), probierten
erneut, einige der GegendemonstrantInnen einzukesseln (Was die
lieben Schäfchen wohl mit ihnen vorhatten?!). Für die öffentliche
Sicherheit allerdings interessierten sich die Ordnungshüter
wenig - jedenfalls nicht, als die Nasen nach ihrem Trauergelatsche
auf der Prager Straße noch Linke jagen gingen (bzw. etwas später
umgekehrt zurück usw.), um ihre gedrückte Stimmung wieder auf
ein immerheiteres deutsches Niveau zu heben. Danach begab sich
der braune Mob zwecks "persönlicher Gespräche" in eine Räumlichkeit
oberhalb der Sparkasse Dr.-Külz-Ring - was auch immer die JLO
da wohl angemietet hat. Andere fuhren Richtung Postplatz oder
Hauptbahnhof; jedenfalls kamen anders als zum Antrauern Tags
zuvor keine davon in die Neustadt. Aber was nicht ist, das kann
ja noch werden - vielleicht haben ja die Hyperdeutschen anlässlich
des hyperdeutschen Trauerns ihren hyperdeutschen Urlaub genommen
(oder haben hyperdeutsche Schulferien) und sind ins hyperdeutsche
Dresden gefahren. Bewahrheitet sich dass, so werden wir in den
nächsten Tagen ja noch viele hyperdeutschen Erlebnisse haben.
Viel Spaß! Und vielen Dank nochmal an die leiben Schäfchen!