Neo-Nazi Gedenken zum 13. Februar
2002
Auftakt im Club Müllerbrunnen
Am 09. Februar 2002 fand im Club Müllerbrunnen eine Neo-Nazi-Gedenkveranstaltung
anlässlich des 13. Februar statt. Es traf sich der exklusive
Teil der Dresdner Neo-Nazis - nicht mal der Schleusungspunkt zur
Veranstaltung wurde über Neo-Nazi-Infotelefone bekanntgegeben.
Anwesend waren die Dresdner Neo-Nazi-Schläger, die bekannt
sind durch Übergriffe, Stör-Aktionen und Neo-Nazi-Aufmärsche.
U.a. Ronny Thomas und Sven Hagendorf. Insgesamt etwa 70 Neo-Nazis.
Alexander Kleber, der Anmelder des Neo-Nazi-Aufmarsches am 13.
Februar 2002, fuhr im Cabrio in Schlips und Kragen vor und gab
den versammelten Neo-Nazis am Schleusungspunkt Aral-Tanke Bergstrasse
den Ort der Veranstaltung durch: Club Müllerbrunnen. Dieser
Club wird von der Stadt Dresden u.a. finanziell unterstützt.
09.
02. 2002 Schleusungspunkt Aral-Tanke Bergstrasse
09.
02. 2002 Neo-Nazi Gedenkveranstaltung zum 13. Februar
Nazi-Bus
(DD-EA ...) und Nazi-Frau Ellie Dobberstein
herzliche
Begrüssung:
Ronny Thomas und
Ellie
Dobberstein an der Tanke
zur Rolle von Ellie Dobberstein siehe
Übergriffe
Dresdner Neo-Nazis
Autos
und Autonummern der Neo-Nazis:
Cabrio von Alexander Kleber: dunkelgrün mit schwarzen Verdeck
- FG-KA-15
Checkerauto an Tankstelle: roter Jeep - DD-WP-17
roter Golf - FG-L-335
ganz kleiner Roter - FG-NX-31
grauer Kleinbus - DD-DT-6730
blauer Vectra - DD-DA-9756
roter VW - FG-D-429
DD-DC-6730
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Sächsische Zeitung Mittwoch, 13. Februar 2002 Marschlieder
und Dia-Schau
Rechtsextreme nisten sich im Müllerbrunnen
ein
Von Alexander Schneider
Zum ersten Mal nutzten Rechtsextreme
einen Dresdner Jugendclub, um dort eine geschlossene Veranstaltung
durchzuführen. Die Betreiber wehren sich gegen den Verdacht, der
Jungen Landsmannschaft Ostpreußen (JLO) bewusst ihren Raum gegeben
zu haben. Ein gut gekleideter Herr, Alexander Kleber, kam vor
drei Wochen in den Jugendclub "Müllerbrunnen" am Höckendorfer
Weg. Er wollte den Saal für eine Dia-Vorführung für etwa 40 Gäste
mieten. Wegen des Faschings sei es problematisch, einen Raum zu
bekommen. Doch was dann passierte, hatte nichts mit Fasching zu
tun. Kleber ist Schatzmeister der JLO.
Die politische Jugendorganisation, in der es laut Landesamt für
Verfassungsschutz rechtsextreme Bestrebungen gibt, hatte in den
Räumen des Clubs eine geschlossene Veranstaltung geplant.
"Am Sonnabend gegen 14.45 Uhr marschierten hier plötzlich über
80 Leute rein - wie auf Kommando", sagte Tom Schmidtgen, Vorsitzender
des Vereins Müllerbrunnen, der den Jugendclub betreibt. Schmidtgen
hatte alleine Thekendienst, wurde völlig überrascht. "Alle Altersgruppen
waren vertreten, selbst ältere Herren um die 70."
Zunächst flimmerten tatsächlich Dias im Jugendclub. Dann wurde
auch gesungen: Marschlieder wie "In den Ostwind hebt die Fahnen"
von Hans Baumann etwa standen auf dem Textzettel. "Die hatten
auch jede Menge Flaggen ausgerollt", sagte Annett Bothe, die Leiterin
des Clubs kam später und warf einen Blick in den Saal.
Nach den Informationen der Dresdner Polizei soll es sich um ein
Treffen mit der Thematik 13. Februar gehandelt haben. Das sagten
junge Rechte, die kontrolliert wurden. Sie hatten sich alle an
einer nahen Tankstelle getroffen, bevor sie gemeinsam in den Müllerbrunnen
zogen, sagte Polizeisprecher Wolfgang Kießling.
"Einen solchen Fall hat es in Dresden noch nicht gegeben", sagte
Lothar Hofner, Sprecher des Landeskriminalamts. "Es ist aber bekannt,
dass Rechtsextreme immer wieder Veranstaltungen als Dia-Abende
oder Geburtstagsfeiern anmelden, und dann sind es Skinhead-Konzerte
oder Treffen ganz anderer Art", sagte er. "Wer seine Räume an
Fremde vermietet, muss schon genau fragen, mit wem er es zu tun
hat und was geplant ist." Im Ernstfall helfe nur ein Hausverbot.
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Sächsische
Zeitung Dresden 12.02.2002
Rechtsextreme treffen
sich im Jugendclub
"Die Stadtverwaltung soll prüfen,
wie es passieren konnte, dass sich Rechtsextreme in den Räumen
eines freien Trägers der Jugendhilfe treffen konnten." Das sagte
gestern die Grünen-Stadträtin Eva Jähnigen. Eine entsprechende
Anfrage sei an den Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP) gegangen.
Am Sonnabend hatte die Junge Landsmannschaft Ostpreußen (JLO)
im Saal des Jugendhauses Müllerbrunnen, Höckendorfer Weg 4, ein
Treffen veranstaltet.
Dort sei auch die Versammlung zum 13. Februar vorbereitet worden,
sagte Jähnigen. Die JLO plane am Mittwoch einen Gedenkmarsch zwischen
Theaterplatz und dem Denkmal der Trümmerfrau am Rathaus. Über
100 Rechte seien im Saal des Jugendclubs gewesen, sagte Leiterin
Annett Bothe: "Wir hatten den Saal an Privatpersonen vermietet,
die einen Dia-Vortrag veranstalten wollten." Sie habe die Veranstaltung
abgebrochen, als klar war, dass es ein Treffen von Rechtsextremen
war. Die JLO wird vom Verfassungsschutz beobachtet. (SZ/lex)
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Sächsische Zeitung
Samstag, 16. Februar 2002
Rechtsextreme zum ersten Mal in Dresdner Jugendtreff
Schmidtgen: "Wir wurden hinters
Licht geführt"
Von Alexander Schneider
Das ist dreist. Erst organisierte
er das Treffen der Rechtsextremen im Jugendclub Müllerbrunnen,
dann bot Alexander Kleber, Ex-Vorsitzender und Schatzmeister der
Jungen Landsmannschaft Ostpreußen (JLO), seine Dienste beim Beseitigen
des von ihm angerichteten Schadens an. "Sie helfen, indem Sie
unser Haus verlassen", antwortete Tom Schmidtgen, Chef des Trägervereins.
"Ich wollte mich nicht wieder hinters Licht führen lassen." Zunächst
hatte Kleber den Saal des Jugendclubs Müllerbrunnen am Höckendorfer
Weg unter dem Vorwand eines Dia- Vortrags gebucht.
Tatsächlich bereitete er eine geschlossene Veranstaltung der Landsmannschaft
vor. Am vergangenen Sonnabend tauchten dann 80 Rechte in dem Jugendtreff
auf und stimmten sich mit Bilderschau und Marschliedern auf den
13. Februar ein (die SZ berichtete). Die JLO wird vom Verfassungsschutz
beobachtet: "Eine Organisation, in deren Reihen es rechtsextremistische
Tendenzen gibt", heißt es dort. "Ihre Aktivisten suchen die Nähe
zu anderen Rechtsextremisten", sagte Joachim Tüshaus, zuständiger
Abteilungsleiter beim Verfassungsschutz. Der Jahrestag der Bombenangriffe
sei ein willkommener Anlass dazu. Dass sich Rechtsextreme unter
einem Vorwand in einen Jugendclub einschleichen, ist in Dresden
ohne Beispiel. Aber es kommt vor, dass sie Treffen veranstalten,
ohne ihre Motive zu nennen. Etwa im Hygienemuseum. Dort strömten
im Juni 1998 über 200 Rechte in Springerstiefeln aus ganz Deutschland
zu einem Treffen. Das "Referat zur Euro-Einführung" entpuppte
sich als rechtsextreme Propaganda-Aktion - mit Parolen und Gesängen.
Die ungeliebten Gäste wurden von der Museumsleitung aufgefordert,
das Haus zu verlassen. Museums-Sprecherin Heike Kuschel: "Seitdem
prüfen wir die Mieter unserer Räume sehr genau."
Das Treffen im Jugendclub kann sich wiederholen. "Das ist die
Konsequenz des gestiegenen Drucks der Öffentlichkeit auf Rechtsextreme",
sagte Tüshaus. "Es ist eine gute Entwicklung, Menschen mit dieser
Gesinnung deutlich zu machen, dass sie nicht willkommen sind."
Stadtjugendring warnt seine
Einrichtungen
Mit dem Treffen im Saal des
Müllerbrunnens stürzte die JLO den freien Träger des Jugendclubs
in eine tiefe Krise. Er muss sich nun von der Stadtverwaltung
fragen lassen, wie ernst er es mit dem Rechtsextremismus hält,
städtische Fördergelder stehen auf dem Spiel. "Wir sind kein Treff
für Skinheads", sagte Annett Bothe, die Leiterin des Jugendhauses.
"Wir haben sogar Präventiv-Veranstaltungen mit der Polizei organisiert
und geben uns Mühe, rechten Jugendlichen eine Alternative zu bieten."
Inzwischen reagierte das Rathaus auf eine Anfrage der Grünen-Stadträtin
Eva Jähnigen: "Der Stadtverwaltung liegen derzeit keine Informationen
über rechtsradikale Aktivitäten in Dresdner Jugendclubs vor",
sagte Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP). Die Vereine nehmen
den Vorfall ernst. Thomas Müller, Geschäftsführer des Stadtjugendrings,
warnte sofort seine angeschlossenen Einrichtungen, nicht auf Tricks
von Rechtsextremen hereinzufallen.
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